Mit der Verteilungsgerechtigkeit in der Klimaschutzpolitik beschäftigen sich MitarbeiterInnen von Klimabündnis Österreich in einem Beitrag für die Zeitschrift Kurswechsel (2/2010). Sie zeichnen darin ein Bild der Klimapolitik und Strategien, das voller Widersprüche und gegenseitigen Abhängigkeiten sei und für die es auch keine Patenlösung gäbe. Die globale Klimapolitik befinde sich, so ihre Einschätzung, „nach mehr als 20 Jahren nach wie vor auf der niedrigen Ebene des diplomatischen Verhandelns um nationale Reduktionszahlen und –ziele“. Christian Salmhofer, Andreas Strasser, Brigitte Drabeck und Christian Finger kritisieren v. a. unvollständige und einseitige Lösungsansätze (Beispiel Biodiesel). Die Verbrennung fossiler Rohstoffe erwärmt nicht nur das Weltklima, sondern gilt auch als Auslöser geopolitischer Konflikte. „Öl, Kohle und Erdgas zu sparen ist daher nicht nur ein Gebot der Klimapolitik, es ist das Gebot aller Politikfelder – der Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Bildungspolitik bis hin zur Kulturpolitik.“ Für die AutorInnen ist die Klima-, Rohstoff- und Wirtschaftskrise nur mehr durch eine „Weltinnenpolitik“ lösbar, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert. Es wird betont, dass aufgrund der sozialen Gerechtigkeit in Zukunft darauf zu achten sein wird, fossile Brennstoffe nur mehr dort einzusetzen, wo sie wirklich notwendig sind. „Dort, wo es möglich ist, müssen sie aber ersetzt werden. Ob bei gesunder Ernährung, bei regionaler Mobilität, bei neuen Wohnformen, die mit konsequenter Raumplanung korrelieren – in all diesen Bereichen muss der Umstieg gelingen.“ A. A.

 

Das Dilemma mit der Klimagerechtigkeit. Christian Salmhofer (u.a.). In: Kurswechsel. „Im KlimaWandel – globale Erwärmung und Verteilungsgerechtigkeit“. 2010, H. 2, S. 6 – 17 (www.kurswechsel.at)