WissensgesellschaftDie wirtschaftlichen „Verschiebungen“ der Weltgeschichte lassen sich mit den Kategorien „Urproduktion“ (primärer Sektor), Industriegesellschaft (sekundärer Sektor), Dienstleistungsgesellschaft (tertiärer Bereich) und der sich ankündigenden „Wissensgesellschaft“ benennen. An den Schnittpunkten von der einen zur anderen Wirtschaftsform gab es stets soziale und ökonomische Turbulenzen, die jedoch im Laufe der Zeit abebbten. Jeder Phasenwechsel war mit unsicheren Zeiten verbunden, die den Wandel einerseits ankündigten und andererseits notwendig machten. Der Weg in die Wissensgesellschaft betrifft nicht allein das wirtschaftliche Geschehen, sondern hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben, das politische Geschehen, den technologischen Kontext und ökologische Abläufe. Wissensgesellschaft meint nun nicht allein, dass Bildung, Berufsaus- und –weiterbildung auszubauen und zu verbessern seien, sondern dass in allen Betrieben Wissen zum wichtigsten „Rohstoff“ und Produkt wird. Das gilt naturgemäß für Institutionen, die ihre Aufgabe grundsätzlich in der Wissensvermittlung, in Bildungsarbeit sehen. Aber auch dort, wo (noch) Produkte gefertigt werden, soll diese Herstellung durch ständig wachsendes Wissen optimiert werden und der Kunde mit dem Produkt „nicht allein gelassen“ werden.

Beim Erwerb und bei der Verbreitung all diesen Wissens spielen Informations- und Kommunikations-Technologien die zentrale Rolle. Die IuK-Technologie ist in allen Wirtschaftsbereichen einsetzbar. Sie liefert leicht verfügbare Information, die für Wirtschaftstreibende und (potentielle) Kunden nutzbar zu machen ist. Dieser In-formations- und Wissenstransfer ist nicht regional gebun-den, sondern ein globales Phänomen, das lediglich gerin-ge Kosten verursacht. Aus diesen genannten Gründen beschleunigen die IuK-Technologien die Innovationen in allen Wirtschafts- und Wissensbereichen.

So    in aller Kürze – die Darstellung des Weges zur Wissensgesellschaft, wie sie Wirtschaftswissenschaftler entwickeln. Es scheint mir insgesamt ein sehr optimistischer Blick  auf die Zukunft zu sein, denn wenn den IuK-Technologien diese hohe Wertigkeit zukommt, so bleibt doch stets zu fragen, ob tatsächlich der ganze Globus Zugang dazu hat und damit alle seine Segmente Teil der globalen Wissensgesellschaft sein können. S. Sch.

Bei Amazon kaufenAuf dem Weg in die Wissensgesellschaft. Veränderte Strukturen, Kulturen und Strategien. Hrsg. v. Knut Blei-cher ... Frankfurt/M. FAZ Verlag 2001, 362 S., € 36,81 / DM / sFr 72,- / öS 526,-