Vor Ratgebern ist Vorsicht geboten. Und doch gibt es solche, die unprätentiös daherkommen, eher Fragen stellen als Antworten bieten und ohne alle Aufdringlichkeit Anregungen zur Selbsterkundung bieten.

 

Der schmale Band, den Paul Abel – Theologe, systemischer Berater und Leiter der „Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung und Beratung“ im Bistum Hildesheim – hier vorlegt, zielt in diese Richtung. Der Autor lädt dazu ein, der Belastungsfalle durch die Einnahme eines anderen Blickwinkels zu entkommen. Ausgestattet mit einer Reihe praktischer Übungen, begleitet er den willigen Leser auf dem Weg der Selbsterkundung durch den Vorschlag zur „Einkehr bei sich selbst“, zur „Erkundung der eigenen Wünsche“ oder auch zur Entwicklung der Bereitschaft zum „Leben aus der Kraft des Augenblicks“. Dabei sind es durchaus alltagstaugliche Werkzeuge, deren behutsame Erprobung empfohlen wird. Selbstsorge bedeutet für Abel demnach organisatorische Umsicht ebenso wie Achtsamkeit sich selbst und den Anderen gegenüber, sie zielt auf Dankbarkeit ebenso wie auf die Bereitschaft, „mit anderen unterwegs zu sein“. Nicht zuletzt bedeutet sie auch, „herauszufinden, was ich will“ bis hin zur Fähigkeit, „das Geistige im Profanen zu entdecken“ (S. 140). W. Sp.

 

Abel, Peter: Keine Zeit für Burnout. Vom Arbeitsstress zur Herzensruhe. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verl., 2012. 143 S. € 16,90 [D],

 

17,40 [A], sFr 24,50 ; ISBN 978-3-89680-552-2