Venedig, die mystifizierte Lagunenstadt, bildet die Keimzelle dieses Essaybandes. Auf Einladung des Schweizer Touristikunternehmens Kuoni, unter Leitung des Marketingverantwortlichen Remo Masala trafen im Herbst 2012 einige Intellektuelle und Literaten zusammen, um folgende Frage zu diskutieren: „Wird Reisen eine Zukunft haben und, wenn ja, welche?“

 

Die unterschiedlichsten Ansichten, vorgetragen von Schriftstellern, Journalisten, Philosophen, Professoren, Musikproduzenten usw., versammelt dieser Band zu dem so illustre Namen wie Peter Handke oder Orhan Pamuk beigetragen haben.

 

So vielfältig wie die Zugänge der Autoren und Autorinnen sind auch die Formen der Texte und die gewählten Herangehensweisen, die ökonomischer, kulturgeschichtlicher, literarischer oder rein subjektiver Natur sind. Neben Essays oder Skizzen findet sich handschriftlich Verfasstes bis hin zu Interviews. Die Diversität reicht bis hin zu unterschiedlichen Typografien, was den Beiträgen ein hohes Maß an Authentizität sichert.

 

Theoretisch hätte dieses Konzept auch scheitern können, an Überladenheit ebenso wie an Willkürlichkeit. Tatsächlich aber sorgt die Heterogenität des Zugangs für ein hohes Lesevergnügen, das Unterhaltung und Intellekt gleichermaßen bedient.

 

Das macht bei über zweihundert Seiten Eindruck und macht nicht zuletzt Lust, sich selbst als Reiseende/r zu erfahren. Angereichert noch durch eine Bibliografie hätte dieser Band so gut wie keinen Wunsch unterfüllt gelassen. Aber auch so ist er höchst empfehlenswert. S. P.

 

 

 

 Die Zukunft des Reisens. Hrsg. v. Thomas Steinfeld. Frankfurt/M.: S. Fischer, 2012.224 S., € 19,99 [D], 20,60 [A], sFr 28,- ; ISBN 978-3-10-070410-8