Dimmel postuliert, daß es höchst an der Zeit sei, den Wohlfahrtsstaat. die Wohlfahrtsverwaltung mit ihren Institutionen wie Sozialamt. Jugend- und Behindertenwohlfahrt etc. grundlegend zu reformieren. Ausgehend von der Diagnose, daß diese Wohlfahrtsverwaltung politisch, lobbyistisch und hierarchisch zu gebunden und somit unflexibel sei, müsse sie sich zukünftig aus diesen Verflechtungen lösen. Die organisatorische und institutionelle Vielfalt muß transparent werden, besonders für den Hilfesuchenden. Ganzheitlichkeit (soziotechnische Professionalität, rechtliche Zulässigkeit. folgenorientierte normative Steuerungsfähigkeit. Effektivität und Effizienz) soll in Zukunft gewährleistet sein.

Die Legitimität der Wohlfahrtsverwaltung dokumentiert sich in ihrer Zielorientiertheit, Kompetenz, die Bewältigung von sozialem Wandel ermöglicht und demokratiepolitisch nutzbar ist. Niederschwelligkeit ist jenes Gütekriterium. das aus dem einstigen”Bittsteller' als der man sich fühlen mußte, einen Hilfesuchenden, einen Leistungsbezieher macht, der als Wahlbürger und Steuerzahler seine legitimen Rechte auf Unterstützung wahrnimmt.

S. Sch. 


Dimmel, Nikolaus: Sozialmanagement oder Wohlfahrtsverwaltung? Überlegungen zum Umbau des Wohlfahrtstaates. Frankfurt/M.: Lang, 1997. 226 S. (Europäische Hochschulschriften: Soziologie; 307) DM 64, / sFr 58, - / öS 467