Da hat einer genauer hinsehen: Paul Trummer, Agrarjournalist und selbst deklarierter Pizza-Fan, weiß, was er (nur noch selten) isst. Der x-fach garnierte Teig-Teller, selbst aus minderwertigsten Produkten hergestellt, ist – offen gestanden – ein tristes Abbild der globalisierten Agrarindustrie: von minderwertiger Qualität, chemisch angereichert, vermarktet jedoch mit aller Raffinesse auf Kosten schlecht bezahlter Zulieferer und getäuschter KonsumentInnen. Das alles freilich sehr zur Freude von Produzenten und Aktionären. Im Blick auf die Teile – den Teig, die Sauce, das Fleisch, den Käse, die Gewürze und den Transport – wird deutlich: Wer immer kann, tut gut daran, die Finger von der Fertig-Pizza als Inbegriff agrarindustrieller Globalisierung zu lassen. Die Alternative ist ebenso klar wie überzeugend: Do it yourself! Einfach, schmackhaft und bekömmlich, das ist das Grundrezept und die Philosophie der Pizza. Wiederentdeckung macht Freude! W. Sp.

 

Trummer, Paul: Pizza Globale. Ein Lieblingsessen erklärt die Weltwirtschaft. Berlin: Econ, 2010, 334 S., 

 

€ 17,95 [D], 18,50 [A], sFr 31,40 ; ISBN 978-3-430-20100-1