In dem nun vorliegenden Nachfolgeband wendet sich Niki Glattauer mit der ihm zu Gebote stehenden stilistischen Prägnanz einem für PädagogInnen und Bildungsbeflissene höchst ergiebigen Thema zu: PISA – das aufgrund zuletzt nur mäßiger Befunde in Österreich höchst umstrittene Verfahren zur Messung schulischer Lese-, Schreib- und Rechenleistung, bei dem Österreich zuletzt alles andere als überzeugend abschnitt – sei die Aufregung, die es ausgelöst hat, nicht wert, meint Glattauer. Denn hier würden „Äpfel mit Birnen verglichen, die noch dazu (…) zu verschiedenen Jahreszeiten geerntet werden (…).“ Schlampige und falsche Interpretationen der Testverfahren würden einem dringend reformbedürftigen Schulsystem zusätzlich schaden. Anzusetzen sei vor allem bei der Sprachförderung von Menschen mit Migrationshintergrund und der Überwindung sozialer Barrieren (75% der 25 - 29-jährigen MigrantInnen türkischen Wurzeln verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss; nur 6 v. H. haben Abitur (in zweiter Generation sind es sogar nur 4 v. H., S. 55); von der „Schuld der Lehrer“, dem „Versagen der Familie“ und natürlich auch den parteipolitischen Blockaden ist freilich auch hier die Rede – Befunde, die der Autor, im Kapitel „Die 10 größten PISA-Lügen, remixed und gesampelt“ zusammenfasst. Dabei macht er sich freilich auch noch Gedanken darüber, „wie unsere Schule wirklich besser werden kann“. Dass es etwa darum ginge, nicht nur Leistung, sondern (Zu-)Neigung zu einem wesentlichen Kriterium pädagogischer Achtsamkeit zu machen, führt uns zu einem anderen Thema.  W.Sp.

 

Glattauer, Niki: Die PISA-Lüge. Wie unsere Schule wirklich besser wird. Wien: Ueberreuter, 2011. 206 S., € 19,95, sFr 34.90.

 

ISBN 978-3-8000-7514-0