Zukünfte von gestern und morgen

“Vision” ist der Titel einer neuen Zeitschrift, I die sich nach Auskunft des Herausgebers mit “längerfristigen politischen, kulturellen und sozialen Entwicklungen und Trends beschäftigen” wird. Sie soll in loser Folge und in wechselndem Umfang erscheinen. Zukunft liegt, auch wenn sich bestimmte Fortschrittskonzeptionen längst selbst widerlegt haben, weiterhin vor uns. Als möglicher Zugang zu ihr wird im vorliegenden Zusammenhang nicht technokratische Zukunftsforschung oder Utopismus gemeint, sondern gefordert, den “Blick von den Gegebenheiten und von den Agenda des Tages zu heben; die kreativen und gestalterischen Fähigkeiten zu aktivieren, die Entwicklungschancen zu erkennen, das Mögliche zum Maßstab der Verwirklichung zu machen”. ist Gebot der Stunde. . In der ersten Ausgabe finden sich Beiträge zum Wertewandel im Bereich Freizeit und Sport, ein fiktiver (Rück-)Blick aus dem Jahr 2001 auf sicherheitspolitische Aspekte des ausgehenden Jahrhunderts sowie eine geschichtliche Abhandlung über Hoffnungsmodelle. R. F. Bretschneider beschäftigt sich mit dem Phänomen Zeit. Er prognostiziert nicht wundervolles Freizeitwachstum, sondern die ständige Verknappung der Alltagsfreizeit. Im Trend zu immer mehr Eigenarbeit sieht er den Wandel von einer Dienstleistungs- zu einer “Selfservice-Gesellschaft“. Die Konsequenzen sind Streß und Zeithunger, ebenso wie Zeitersparnis durch Temposteigerung.

„Vision 2″ nimmt die geplante Weltausstellung Wien-Budapest zum Anlaß einer geistigen Standortbestimmung Österreichs in Europa. Der Titel “Brücken in die Zukunft. Weltausstellung Wien-Budapest 1995” ist für Erwin Laszlo Sinnbild einer soliden und solidarischen Ost-West-Region in Verbindung mit dem Rest der Welt. Die Beiträge stammen u. a. von B. Lötsch, Valentin Falin, Erhard Busek, Otto von Habsburg und Erwin Laszlo.

 

Zukünfte von gestern und morgen. Hrsg. v. Wolfgang Schüssel. Wien: Wiener Journal Zeitschriften-Verl., 1989. 110 S. (Vision 1)

 

 

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