Unterwegs zur UN in Genf – für Gerechtigkeit & Weltfrieden

Im August 1996 versammelte sich eine Gruppe von 36 Männern und Frauen, um unter der Leitung des Jesuitenpaters Niklaus Brantschen eine Wanderung der besonderen Art quer durch die Schweiz zur UNO in Genf anzutreten. “Wir betrachten unseren Fasten-Friedensmarsch als einen ersten kleinen Schritt auf dem langen Weg zum Weltfrieden:’ (S. 144) Der Erfahrungsbericht dieses Unternehmens erscheint zur 50-Jahr-Feier der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die UNO und soll zur Nachahmung anregen.

Für den Autor ist das (richtige) Fasten ein wichtiger Bestandteil eines spirituellen und sinnvollen Lebens, so daß er den ersten Teil des Buches dem Essen und dem zeitweiligen Verzicht darauf widmet. Für Niklaus Brantschen hat das freiwillige Entsagen neben der gesundheitlichen und spirituellen auch eine politische Dimension, zumal dadurch der persönliche Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit deutlich wird. Die von einzelnen Teilnehmern verfaßte Beschreibung der zehntägigen Wanderung quer durch die Schweiz mit genauer Weg reute, Tagesablauf und kleinen Episoden scheint primär als Anregung zur Nachahmung geschrieben zu sein. Eingeschobene ”Tagesimpulse” (Texte zum Nachdenken), Zeichnungen und Lieder unterstreichen das Engagement der Gruppe, die sich am Ziel ihrer Reise auch mit einer Deklaration hervortat.

Der dritte Teil des Buches macht auf nachhaltige Wirkungen dieser Aktion (vor allem im persönlichen Bereich) aufmerksam, zumal politische Konsequenzen nicht zu erwarten sind. Die Teilnehmer sind dennoch von der Sinnhaftigkeit ihres Unternehmens überzeugt, und ein weiterer Friedensmarsch ist für dieses Jahr bereits geplant. Der Anhang des Buches enthält neben der Deklaration an die UNO und der genauen Marschroute auch eine Liste der Punkte, die bei einem solchen Unternehmen zu beachten sind.

Wenn man davon ausgeht, daß der erste Schritt zum Frieden weltweit der innere Friede des Einzelnen ist, dann kommt einer Aktion wie ‘der hier geschilderten durchaus Vorbildcharakter zu. Sich einsetzen für den Frieden? – “Wer, wenn nicht ich?” lautet die Devise.
C. H.
Brantschen, Niklaus: Nicht vom Brot allein. Unterwegs für Gerechtigkeit und Frieden. Ein Erfahrungsbericht. Zürich (u. a.): Benziger-Verl., 1998. 158S., DM / sFr 29,80 / ÖS 218,-

 

 

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