Pochen auf internationales Recht

kaleckWie mit Gerichtsverfahren zumindest ein Stück weit Gerechtigkeit erkämpft werden kann, zeigt der Anwalt und Leiter des „European Center for Constitutional und Human Rights“, Wolfgang Kaleck. In einer Art Arbeitstagebuch schildert der Autor, wie es ihm und engagierten KollegInnen immer wieder gelingt, Benachteiligten zu ihrem Recht zu verhelfen. Seien es AsylwerberInnen in Deutschland, Indigenas in Südamerika, denen ihr Land streitig gemacht wird, oder politische Häftlinge im afrikanischen Staat Liberia, die unter miserablen Bedingungen leben, Kaleck macht deutlich, dass das Engagement von NGOs sowie der Protest auf der Straße durch das Pochen auf internationales Recht wirkungsvoll ergänzt werden können. Bekannt geworden ist der Anwalt einer Berliner Gemeinschaftskanzlei durch die Klage gegen den Mercedeskonzern in Brasilien, dem Mittäterschaft an der Ermordung von Betriebsräten vorgeworfen wurde. Involviert war Kaleck auch in die Aufdeckung der Menschenrechtsverletzungen durch Militärdiktaturen in Südamerika in den 1970er-Jahren (einige Junta-Mitglieder konnten vor Gericht gebracht und verurteilt werden) sowie in dem Bestreben, die USA wegen „Guantanamo“ vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. Ein Kapitel ist der Rechtsvertretung für Eric Snowden gewidmet, an der der Autor ebenfalls mitgewirkt hat. Hans Holzinger

Kaleck, Wolfgang: Mit Recht gegen die Macht. Unser weltweiter Kampf für die Menschenrechte. Berlin: Hanser, 2015. 224 S., € 19,90 [D], 20,50 [A]
ISBN 978-3-446-24944-8

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