Kunst (be)zeichnet Stadt

Dieser Band dokumentiert das viel beachtete Projekt „Ab durch die Mitte! Die City-Offensive NRW“ aus dem Jahr 2002. In mehrfacher Hinsicht verdient er, über den aktuellen Anlass hinaus beachtet zu werden. Denn zum einen wird dem Zusammenhang von Kunst und öffentlichem Raum in urbanem Kontext differenziert Rechnung getragen, und zum anderen wurden die Herausgeber ihrem Gegenstand auch durch die äußere Form der Darstellung in attraktiver Weise gerecht. Buchformat und Covergestaltung, großzügiges Layout sowie nicht zuletzt die attraktive Ausstattung mit überwiegend großformatigen Fotos in hoher Qualität laden dazu ein, den Band immer wieder zur Hand zu nehmen. Im einleitenden Kapitel „Handlungsbedarf öffentlicher Raum“ ist es u. a. das Anliegen von Klaus Selle, „Missverständnisse“ der kontroversiellen Fachdiskussion über Bedeutungsverlust bzw. Funktionszuwachs des Urbanen auszuräumen. H. Rauterberg wirbt in seinem Beitrag für kulturell-ökonomische Synergien, die sich in Städten vielfach anböten. „Kunst und Stadt – ein Verhältnis im Wandel der Zeit“ ist Gegenstand des zweiten Abschnitts. Dabei geht es u. a. um Qualitätskriterien für Kunst im öffentlichen Raum sowie um die „Funktionszuschreibung“ von Kunst (Thomas Sieverts). Den Aspekten „Öffentliche Kunst im Schnittfeld von Stadterntwicklung und Stadtmarketing“ und dem Stichwort „Glokalisierung“ widmen sich die folgenden Abschnitte. Im Kapitel „Ansichtssachen – künstlerische Kommunikation und Partizipation im Stadtmarketing“ rückt durch die Präsentation konkreter Projekte (u. a. aus Gelsenkirchen und Düsseldorf) eine Art von „Maßnahmenkatalog“ das Phänomen der „Eventisierung“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Abschließend wird, ausgehend von einem geänderten Öffentlichkeitsverständnis, über die Rolle der Museen im „Erlebniszeitalter“ nachgedacht. W. Sp.

 

Kunst (be)zeichnet Stadt. Hrsg. v. Ulrich Hatzfeld … Münster: Imrode Projekt & Kunstberatung, 2002. 159 S., € 15,- (zu beziehen unter www.abindiemitte.de

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