Kampf der Generationen

Die Reduzierung der Generationenfrage auf die Frage der Finanzierung der zukünftigen Renten kritisiert auch der Soziologe und Theologe Reimer Gronemeyer. Er spricht von der “Auflösung aller sozialen Fragen in Geldfragen”. Anders als Opaschowski ist Gronemeyer aber weniger optimistisch hinsichtlich der sozialen Selbstorganisationskompetenzen der Gesellschaft (so ist eines der Kapitel überschrieben mit “Die Überflüssigen”), doch letztlich setzt auch er auf den “mündigen Bürger”, der die “Zivilisierung der Gesellschaft zu seiner Sache macht” (S. 11). “Wir stehen heute an einer Wegscheide: Wir können die Haltung beibehalten, die Leben mit dem Einheimsen von Angeboten verwechselt. Dann erwächst aus der Überalterung der Gesellschaft ein neuer Verteilungskampf, eine durchaus hässliche Variante des Generationenkonfliktes”, ist Gronemeyer überzeugt. (S. 10) Möglich sei aber auch ein Weg, “der Junge und Alte aus konsumistischer Unmündigkeit befreit” (S. 11). Der Soziologe verwehrt sich gegen die “Rürupisierung der Gesellschaft”, der Verlagerung von Konflikten, die uns alle angehen, in Kommissionen, “die uns dann mitteilen, was wir alles nicht mehr kriegen oder dürfen”, und plädiert für eine aus der Zivilgesellschaft entstehende neue Solidarität. H. H.

 

Gronemeyer, Reimer: Kampf der Generationen. München: Deutsche Verlagsanstalt, 2004. 255 S., €17,90 [D], 18,50 [A], sFr 32,20 ISBN 3-421-05752-4 

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