Innovation und Wohlfahrt

Das neue Buch von Colin Crouch ist nicht so sehr ein Plädoyer für soziale Gerechtigkeit, sondern eher ein Plädoyer an die Sozialdemokratie. Diese soll aus ihrer defensiven Haltung in Anbetracht der Hegemonie des Neoliberalismus herauskommen. Dabei sei vielen die „Heuchelei“ des Neoliberalismus bekannt. Die Sozialdemokratie habe aber nicht davon profitiert, dass diese Heuchelei den Bürgerinnen und Bürgern bewusst wurde. Zu oft sei sie in der Regierung in diese Veränderungen eingebunden gewesen.

Um wieder in die Offensive zu kommen, verweist Crouch auf Konzepte eines „Wohlfahrtsstaates der sozialen Investitionen“. Darunter versteht er folgendes: „Je weniger Machtverhältnisse im Arbeitskontext und in der Gesellschaft unter Klassen allgemein herrschen, desto sicherer können sich einfache ArbeitnehmerInnen und deren arbeitsrechtliche und politische VertreterInnen sein, dass sich auch dann ihre Interessen wahren können, wenn sie Veränderungen akzeptieren.“ (S. 109) Man könne soziale Sicherheit und Innovationsfreudigkeit kombinieren.

Grundsätzlich solle eine Sozialdemokratie alternative Formen des Wirtschaftens (wie zum Beispiel Genossenschaften) fördern und damit Alternativen im kapitalistischen System ermöglichen. Darüber hinaus muss die Regulierung von Märkten durch den „leidenschaftlichen Einsatz verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen“ begleitet werden, um Bürokratismus zu vermeiden (S. 206). S. W.       

 Crouch, Colin: Jenseits des Neoliberalismus.  Ein Plädoyer für soziale Gerechtigkeit. Wien: Passagen-Verl., 2013. 233 S., € 19,90, sFr 29,85  ISBN 978-783709–20067-4

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