Im Dienste der Menschenrechte

image003Der Amnesty International Report 2014/15 zur weltweiten Lage der Menschenrecht gibt wie immer einen soliden Überblick über die Krisenherde der Welt. Dabei sorgt Amnesty dafür, dass auch die Menschenrechtseinschränkungen im Westen nicht unter den Tisch fallen.

Es wäre unredlich, das Leiden außerhalb Europas nicht zu relativieren, so, als ob man Unterschiede nicht sehen würde. Die 200.000 Toten im Krieg in Syrien sind überwiegend Zivilisten. Vier Millionen syrische Staatsbürger sind bereits geflohen. Grausame Morde des „Islamischen Staats“ und auch von schiitischen Milizen bedrohen noch immer Hunderttausende. In Nigeria leben Tausende im Konflikt mit der Miliz Boko Haram, und in der Zentralafrikanischen Republik wurden 5.000 Menschen bei gewalttägigen Auseinandersetzungen getötet. Im Südsudan wurden zwei Millionen Menschen vertrieben. Israelis leben unter der Bedrohung durch Raketenbeschuss, beim Angriff auf den Gazastreifen durch Israels Streitkräfte starben allein im Jahr 2014 2.000 Palästinenserinnen und Palästinenser, so Amnesty. In Sri Lanka kam es zu Menschrechtsverstößen, die nun vom UN Menschenrechtsrat untersucht werden. In Mexiko sind seit 2006 22.000 Menschen verschwunden.

Deutschland kritisiert AI wegen unzureichender Qualität bei Untersuchungen von Menschenrechtsverletzungen durch Polizisten und weist auf die fremdenfeindlichen Angriffe auf Asylsuchende hin. In Österreich würden Häftlinge im Maßnahmenvollzug vernachlässigt, Asylverfahren seien nach wie vor langwierig. Die Schweiz wird vor allem wegen des Einsatzes von Gewalt bei Abschiebungen kritisiert.

Bei Amazon kaufenAmnesty International: Amnesty International Report 2014/15. Zur weltweiten Lage der Menschenrechte. Frankfurt; S. Fischer, 2015. 528 S., € 14,99 [D], 15,50 [A]  ISBN 978-3-10-000838-1

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