Europas neue Lerner

Wissensgesellschaften, so die zentrale These dieses Essays, können sich den Verlust von „Lernkapital“ durch schlechte Schulen nicht leisten. Die Autorin, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Leiden, benennt Ursachen der europäischen Bildungskrise, plädiert für den Wandel von „Bildung als Gesellschaftskritik“ hin zur „Bildung als individuelles Projekt“, wodurch ‚der Lehrer’ „vom König zum Wissenscoach“ werde. Skizziert werden Zusammenhänge und Widersprüche zwischen „Lebenslangem Lernen“ und „non-formal education/learning“ sowie – und darauf liegt der Schwerpunkt dieses „Versuchs“ – das Heranwachsen junger Menschen in einer zunehmend  selbst bestimmten „Wahlbiografie“. Daraus abgeleitet werden Überlegungen zu einer „neuen Schule“, zu „neuen Lernern“ und zu einem „neuen kulturellen Modell“. Insbesondere empfohlen wird die Einbindung von SozialarbeiterInnen in pädagogisch-didaktische Aufgaben. Abgerundet wird der Essay durch Überlegungen zu einer „europäischen Forschungsagenda“. W. Sp.

Du Bois-Reymond, Manuela: Europas neue Lerner. Ein bildungspolitischer Essay. Opladen …: Verlag B. Budrich, 2007, 191 S., € 18,90 [D], 19,50[A], sFr 33,10, ISBN 978-3- 86649-077-2

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