Couragiert gegen den Strom

Über Goethe, die Macht und die Zukunft:
Wagenknecht-Couragiert-gegen-den-Strom

Florian Rötzer ist Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis. Er hat sich für dieses Büchlein ausführlich mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht unterhalten. Wagenknecht ist mit Sicherheit die bekannteste Politikerin der Linken in Deutschland. Genauso wie die Diskussionswürdigkeit ihrer Schriften breit akzeptiert ist, stehen manche ihrer Vorschläge in der Kritik: Oftmals sogar mehr von Seiten anderer Linker.

168 Seiten der Publikation sind dem Austausch zwischen Rötzer und Wagenknecht vorbehalten. Daneben sind Reden der Politikerin abgedruckt. Das Buch gibt eine Übersicht über ihre Vorstellungen. Die Nachfragen sind darauf angelegt, die Themen auszuleuchten, weniger darauf, nachzubohren. Man erfährt unter anderem, dass Wagenknecht das Bedingungslose Grundeinkommen (S. 102) und die Maschinensteuer (S. 84) vehement ablehnt, aber die „eigene Kultur“ erhalten will (S. 164). Man kann diese Positionen auf den ersten Blick mögen oder nicht. Das Buch ersetzt nicht die ernste Debatte, was mit den Begriffen jeweils wirklich gemeint ist, da es um den Preis der Breite der Themenpalette die Tiefe der angesprochenen Aspekte vernachlässigt.

Von Stefan Wally

 

Wagenknecht, Sahra: Couragiert gegen den Strom. Über Goethe, die Macht und die Zukunft. Frankfurt: Westend Verl., 2017. 222 S., € 18,- [D], 18,50 [A]

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