Dieses Buch gibt eine erste Bestandsaufnahme zur Umweltkriegsthematik. Die ökologische Kriegsführung als militärische Manipulation von Naturprozessen mit dem Ziel, die Ökosphäre des Gegners zu destabilisieren, wird dabei um soziale, kriegsgeschichtliche, bündnispolitische, rüstungsökonomische und planerische Bezüge erweitert. Das Umweltkonzept der NATO und Fallstudien zum Umweltkrieg in der Bundesrepublik werden ebenso thematisiert wie die Folgen des Wettrüstens sowie die ökologische Sicherheitspolitik der Vereinten Nationen. Aufschlussreich ist der eklatante Widerspruch zwischen der NATO-Umweltkonzeption (1969) und der militärischen Umweltpraxis. Krusewitz weist detailliert nach, dass das herrschende Konzept zur Erhöhung der militärischen Sicherheit unumgänglich dazu führt, den Verfall der Umwelt noch zu beschleunigen. »Was ist das für eine Verteidigungsdoktrin, die unseren Schutz nur gewährleisten kann, wenn sie unsere ökologischen Lebenszusammenhänge ruiniert?«  Die vorgelegten Fakten verstärken den Zweifel an einer Sicherheitspolitik, die schon in Nichtkriegszeiten das zerstört, was doch verteidigt werden soll. Es ist zugleich auch eine Analyse der Kosten, die wir für den untauglichen Versuch zahlen, die Freiheit mit militärischen Mitteln zu sichern.

Krusewitz, Knut: Umweltkrieg. Militär, Ökologie und Gesellschaft. Königstein/Ts.: Athenäum, 1985. 195 S 

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