Ossip K. Flechtheim über die Zukunft

1943 schlug der Verfasser – damals in der amerikanischen Emigration – erstmals die Gründung eines neuen Wissenschaftszweiges vor, der sich mit zukünftigen Entwicklungen beschäftigen sollte. Er nannte ihn »futurology«. 1980 veröffentlichte Ossip K. Flechtheim als Professor der politischen Wissenschaften an der Freien Universität Berlin sein Werk: »Der Kampf um die Zukunft – Grundlagen der Futurologie«. Nun versucht er, die Krisensituation der Menschheit am Jahrtausendende der Reihenfolge ihrer Dringlichkeit nach in sieben Herausforderungen zu fassen: 1. Rüstungswettlauf und Krieg, 2. Bevölkerungsexplosion und Hunger, insbesondere in der Dritten Welt, 3. Umweltbedrohung und -zerstörung, 4. Wirtschaftskrise im Westen und Überplanung im Osten, 5. Demokratiedefizit und Repression, 6. Kulturkrise, 7. Krise der Familie und Identitätsverlust des Individuums.  Eindrucksvolle, faktenreiche, leicht lesbare Schilderung der »Megakrise«. Neu und daher hervorzuheben ist die überzeugende Darstellung der »physischen und psychischen Krise» der bedrängten und entfremdeten Individuen. Dieser Themenkreis wurde bisher von der Zukunftsforschung nur unzureichend oder gar nicht berücksichtigt.

 Flechtheim, Ossip K.: Ist die Zukunft noch zu retten?. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1987. 255 S. 

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