Ökologische Marktwirtschaft

Laistner gibt im ersten Teil des Buches einen Einblick in die Konsum- und Verschwendungsgesellschaft, wie sie sich seit 1945 entwickelt hat. Die in den Zeiten des »Wiederaufbaus« rasch erfolgte Sättigung der elementaren Lebensbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Wohnung) bis hin zur ständigen Bedarfsweckung der Luxus- und ‘Freizeitgesellschaft hat sich scheinbar zu einem »Spiel ohne Grenzen- aufgeschaukelt. Indes bedürfen liebgewonnene Verhaltensmuster, die sich bei genauerem Hinsehen nur zu oft als Egoismen entpuppen, dringend der Korrektur. Sinkende Wachstumsraten (bei steigendem Energie- und Rohstoffbedarf) und wachsende Arbeitslosenzahlen auch in den wohlhabenden Industrienationen sind deutliche Zeichen des Endes uneingeschränkten volkswirtschaftlichen Reichtums. Als Alternative zur (und Ergänzung der) sozialen Marktwirtschaft entwirft der Autor eine „machbare Utopie“, deren sechs Bausteine weitgehende Veränderungen des Steuersystems und der politischen Kultur voraussetzen. Produktbesteuerung, Umweltabgaben und Nutzungssteuern, neue Wege der Gesundheitsvorsorge und der Vermögensbildung werden ebenso diskutiert wie die Chancen einer bürgerfreundlichen Verwaltung, die u.a. auch das Recht auf Arbeit sichert.   Eine leicht lesbare, differenzierte Modellvariante ökologisch-sozialer Marktwirtschaft, die vielfach auf Überlegungen »alternativer« Wirtschaftstheoretiker (H. C. Binswanger, J. Huber) zurückgreift, ohne dies kenntlich zu machen.

Laistner, Hermann: Ökologische Marktwirtschaft. Ein Plädoyer für die Vernunft. Mit einem Vorwort von Carl Amery. München: Hueber, 1986. 256 S.

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