Leopold Kohr über das Ende der Großen

Kohr führt den Nachweis, dass politisches wie wirtschaftliches Unheil, aber auch soziales und kulturelles Elend auf den Verlust der rechten Größe zurückzuführen sind. Dass Quantität, ein jeweils gesondert zu bestimmendes Maß übersteigend, einen Verlust an Qualität bedeutet, ist gegenwärtig theoretisch Gemeingut der verschiedensten Disziplinen. In der Praxis wird dies jedoch nur zögernd, und meist gegen starken Widerstand der Verantwortlichen in Staat und Wirtschaft, zum Anlass einer neuen Handlungsweise genommen. Angesichts technologischer Großprojekte und den globalen Ausmaßen atomarer Bedrohung scheint der Autor die praktische Durchsetzbarkeit seiner Macht- und Größentheorie selbst am treffendsten zu charakterisieren. Das Kapitel, in dem er sich diese, wohl entscheidenste Frage stellt, besteht schlicht aus einem »Nein!«  Dreißig Jahre nach Erscheinen der englischen Originalausgabe ist Kohrs Studie von ungebrochener Aktualität. Ansätze zu Formen direkter Demokratie, alternativer Energie und Wirtschaftsmodelle weisen darauf hin, dass seine Botschaft von vielen verstanden und aufgenommen wurde.

Kohr, Leopold: Das Ende der Großen. Zurück zum menschlichen Maß. Wien: Orac, 1986. 285 S.

Leave a Reply