Der zweite Planet

Nach den »Grenzen des Wachstums« (1972), das damals in einer Zeit des noch ungebremsten Wachstumsoptimismus für weltweite Diskussionen sorgte, gibt der nun vorliegende Bericht einen umfassenden Überblick über alle ‘Ressourcen und Möglichkeiten, dem »zweiten« Planeten Lebensraum und Nahrung zu geben. Mit dem sogenannten »zweiten« Planeten ist die Verdoppelung der Erdbevölkerung von vier auf acht Milliarden in den nächsten 50 Jahren gemeint. Derzeit lebt rund eine Milliarde Menschen in wohlhabenden Staaten, drei Milliarden leben in Armut. Es ist abzusehen, dass die Bevölkerung der reichen Länder in 50 Jahren nur um eine halbe Milliarde anwachsen wird, während die Bevölkerungszahl der ärmsten Länder auf sechseinhalb Milliarden steigt. Doch schon heute haben wir, international gesehen, die größten Probleme mit der Nahrungsmittel- und Energieversorgung. Obwohl unser Augenmerk gerade auf die Lösung dieser Fragen gerichtet sein sollte, werden weiterhin Unsummen für Rüstung ausgegeben. Das Buch bietet nicht nur eine Bestandsaufnahme (Rohstoffverknappung, Verteilungsproblem und Umweltbelastung) der gegenwärtigen Weltsituation, sondern beschreibt anhand dreier Szenarien mögliche Zukünfte unseres Planeten. Die verstärkte Nutzung dezentraler, sanfter Techniken wird zur Bewältigung der Situation zwar vorgeschlagen, der Schritt zu einer grundlegenden Neuorientierung wird jedoch nicht gewagt.

Colombo, Umberto; Turani, Giuseppe: Der zweite Planet. Mit einem Vorwort v. Alexander King. Der zweite Bericht des» Clube of Rome«. Wien (u.a.): Europaverl., 1986. 253 S. 

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