Robert Jungk, Norbert R. Müllert

Zukunftswerkstätten

Ausgabe: 1989 | 4

Längere Zeit vergriffen, liegt das Handbuch zur Theorie und Praxis der Zukunftswerkstätte nun in erweiterter und gründlich überarbeiteter Form wieder vor. Neben der Beschreibung der Methode, in die Erfahrungen aus nunmehr 20 Jahren Moderatorentätigkeit eingeflossen sind, haben die Autoren vor allem auch Augenmerk auf Anspruch und Wirklichkeit des Konzepts zur "Wiederbelebung der Demokratie" verwandt. So wird etwa einleitend darauf verwiesen, daß soziale Phantasie heute dringender denn je auch von   8 Bürgerinitiativen entwickelt werden sollte. Daß Wege aus politisch-emanzipatorischer Ohnmacht wesentlich über kreativitätsfördernde Akzente wie Rollenspiele und nonverbale Verfahren zu erreichen sind, wird besonders hervorgehoben. Wie in Folge von Zukunftswerkstätten nicht nur . Ideen produziert, sondern auch Projekte verwirklicht werden, wird vielfach belegt. Aber auch dort, wo die Umsetzung von Wünschen und Utopien nicht gelingt, bleibt das Konzept nicht wirkungslos: es weckt Mut, macht Hoffnung und zeigt den scheinbar Sprachlosen, daß sie durchaus kompetent sind, gemeinsame Anliegen konstruktiv und zugleich lustvoll umzusetzen. Nicht zuletzt wird betont, daß die Rolle eines mit der Methode vertrauten Moderators für das Gelingen einer Zukunftswerkstätte wesentlich ist. Zugleich ist diese Darstellung ein Appell an jede/n, aus Interesse und/oder Betroffenheit über die Brücke der Phantasie selbst an der Gestaltung der Zukunft aktiv teilzunehmen.