An der „Volkswagen-Uni“ gehaltene Vorträge versammelt dieser Band, wobei der Titel „Spurwechsel“ nur bedingt als Klammer funktioniert – zu heterogen sind die Beiträge. Wie neue Ergebnisse der Gehirnforschung für die Kreativität von Unternehmen genutzt werden können, wie innovationsfördernde Milieus aussehen und warum Innovationen auch scheitern können, wann der Begriff der Nachhaltigkeit in Unternehmensleitbildern zur Leerformel verkommen kann, was die Fähigkeit des „Ankommens“ (Gerhard Schulze) für den Konsum bedeuten wird, so lauten einige der Fragestellungen. Ulrich Beck macht einmal mehr deutlich, dass in der globalisierten Wirtschaftswelt das alte Bild von Vollbeschäftigung nicht mehr zu halten sein wird und ruft gerade auch Unternehmen dazu auf, sich an der Finanzierung eines Grundeinkommens („Bürgergelds“) zu beteiligen. Ralf Dahrendorf lotet die Möglichkeiten eines „verantwortlichen Kapitalismus“ aus, wobei er auf Eigenverantwortung jenseits eines „Pumpkapitalismus“ setzt. Nur ein Klima der Hoffnung und des Vertrauens ermögliche Veränderungen, so seine Überzeugung mit einem kritischen Blick auf die deutsche Politik, die glaube, Menschen müsse es schlecht gehen, um ihnen Zugeständnisse abzuringen („Wer mit dem Rücken zur Wand steht, will keine Reformen“, S. 182). Adolf Muschg schließlich benennt „Respekt“ als Zukunftsfähigkeit für einen tatsächlichen „Dialog der Kulturen“. H. H.

 

Spurwechsel. Wirtschaft weiter denken. Hrsg. v. Walter Zimmerli …. Hamburg: Murmann, 2006. 301 S. € 25,- [D], € 25,70 [A], sFr 43,80 ISBN 978-3-938017-64-7