Acht Thesen zur Zukunft des Wohnens nimmt das Autorenduo des Zukunftsinstituts zum Ausgangspunkt dieser Studie: 1.) Die Wohnung wird vom Platz, an dem wir uns aufhalten, zu einem Ort, der uns fördert und uns im Leben unterstützt. 2.) Häusliche Dienste werden als Antwort auf den notorischen Zeitmangel wieder zunehmen. 3.) Neues Bewusstsein für „Echtes und Gutes“ wird das Wohndesign bestimmen („Market of the Real“). 4.) Das Zukunftshaus wird zum „Zuhause“, das uns vom Alltagsstress befreit, zum Hafen, „in den wir jederzeit einlaufen können“. 5.) Die Loslösung von materiellen Gütern, Entrümpelung und Reduktion werden auch die Wohnungen erfassen. Eine „Respiritualisieurng des Wohnens“  wird sich in Ganzheitskonzepten wie Feng Shui oder Geomantie zeigen. 6.) Doch auch die Professionalität in der Ausstattung der Haushalte wird weiter ansteigen (vom zentralen Staubsaugersystem über die High-Tech-Küche bis zum Heimkino im Keller). 7.) Gegenstände mit Geschichte und einem sinnlichen Bezug zur eigenen Person werden wichtig. 8.) Der Ansatz des „Simplify“ wird auch das Wohnen erfassen: „Der bewusste Verzicht und das Weglassen werden zur neuen Disziplin erhoben“.

 

In den Folgekapiteln werden einzelne Trends näher beleuchtet, etwa wie sich die Bedeutungsaufladungen von Kommunikation, Ernährung, Wellness, Schlafen, Entertainment sowie Arbeiten zuhause („work@home“) auf die Wohnausstattungen auswirken werden. Im Abschnitt „Neue Energien“, die das „Haus zur Quelle der Kraft machen“, werden nicht nur neue technologische Lösungen wie Passivhaus, Solarenergie oder Brennstoffzelle thematisiert, sondern auch „natürliche“ Energien wie biologische Baustoffe, die Einbindung des Elements Wasser oder die Renaissance der Gärten („Permakultur“). Den Ausblick vermitteln schließlich eine Zusammenschau zukünftiger Design-Stile sowie eine „Typologie der Zukunftswohner“, die vom flexiblen, Lebenskontexte immer wieder ändernden „Individual Inhabitant“ über den Gemeinschaft suchenden „Community Inhabitant“ bis zum karriereorientierten „Self-fullfilling Inhabitant“ reicht, der Wohnen eher als „Mittel zum Zweck“ sieht. Nützlich an der Trendstudie sind insbesondere die angeführten Beispielen sowie die weiterführenden Internethinweise. H. H.

 

Gatterer, Harry, Truckenbrodt, Cornelia: Living in the Future. Kelkheim: Zukunftsinstitut. 2005. 124 S. € [D] ISBN 3-938284-09-9 (Bestellung: www.zukunftsinstitut.de)