Plädoyer für mehr Naturreservate

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    Edward O. Wilson zählt zu den radikalsten Verfechtern eines konsequenten Naturschutzes. In „Die Hälfte der Erde“ zeigt er einmal mehr auf, wie der Artenschwund voranschreitet und was damit unwiederbringlich verloren geht. Er kritisiert den Ansatz des „Anthropozän“, der davon ausgehe, sich den ändernden Umweltbedingungen anzupassen und auf bessere technologische Lösungen zu setzen. Wilson meint, dass große Ziele leichter erreichbar seien als mittelmäßige. Die bisherige Strategie von Umweltgruppen, den Schutz einzelner Reservate voranzubringen, sei keine wirkliche Lösung des Problems. Vielmehr fordert er das Eigenrecht der Natur ein und plädiert dafür, die Hälfte der Erdoberfläche dem Zugriff des Menschen zu entziehen. Welche Flächen geschützt werden sollen, hat der Autor in einer internationalen Befragung unter Biologie-KollegInnen erhoben. Ein Ansatz, der wohl auch Kritik vertragen muss, geht es doch darum, ökologieverträgliche Wirtschaftsweisen für den gesamten Planeten zu entwickeln, die ein Miteinander von Mensch und Natur ermöglichen. Hans Holzinger

     Bei Amazon kaufenWilson, Edward O.: Die Hälfte der Erde. Ein Planet kämpft um sein Leben. München: Beck, 2016. 256 S., € 23,60 [D], 24,10 [A] ; 978-3-406-69785-2

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