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    Wie Snowdens Enthüllungen die Spielregeln der Politik verändert haben, zeigt auch der Journalist Mark Hertsgaard in „Die Aufrechten“. Er hat jene zwei Männer getroffen, die lange vor Snowden auf offiziellem Wege Missstände im Pentagon zur Sprache brachten und die jenem auch zum Vorbild wurden. Einer der Männer, Thomas Drake, der das NSA-Überwachungsprogramm Trailblazer intern kritisiert hatte, verlor daraufhin seinen Posten. Hertsgaard schildert auch, wie der ihm zugesagte Schutz verweigert und das FBI auf den Ex-NSA-Angestellten angesetzt wurde.

    Deutlich formuliert der Autor die Erkenntnis, dass Whistleblowing in Form zivilen Ungehorsams eine unumgängliche und wirksame Möglichkeit sei, um im öffentlichen Interesse zu handeln. Er versucht auch zu zeigen, dass Snowden gar keine Wahl blieb, als sich direkt an die Öffentlichkeit zu wenden. Diese Hymne an die Whistleblower, die mitunter Gesetze brechen, bisweilen schwierig sind und keineswegs immer recht haben, zeigt, dass ohne sie die Gesellschaft Gefahr läuft, „von einer Katastrophe in die nächste zu stolpern“ (S. 205). Alfred Auer

    Bei Amazon kaufenHertsgaard, Mark: Die Aufrechten. Whistleblowing in der Ära Snowden. München: Hanser, 2016. 213 S., € 15,- [D], 15,50 [A] ; ISBN 978-3-446-25399-5

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